Gästebuch
Im Killertal

Pilger machen sich über die Muschel her

Die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft hat ihr nächstes Treffen an diesem Samstag in Jungingen - zum Jakobsmuschelessen.

So schrieb die Hohenzollerische Zeitung am 5.3.2009. Aber so ernst dürfen Sie das Geschriebene nicht nehmen!

Um die Jakobsmuschel ranken sich seltsame Legenden. Der Präsident der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft, Wolfgang Meyer, kennt etliche davon.

Bei allen Legenden darf freilich kein Zweifel aufkommen: Diese Muschel ist und bleibt das Synonym für Jakobswanderer auf der ganzen Welt.
 
Was es mit der Muschel auf sich hat und wie man diese Delikatesse zubereitet, das erfährt die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft am kommenden Samstag im Junginger Gasthof "La Corona", wo diese seltene Speise in der Fastenzeit den Mitgliedern serviert wird.

Auf der Suche nach neuen Ideen für die Zusammenkünfte waren die Jakobusbrüder auf die Jakobsmuschel gekommen, die seit dem Mittelalter von den Pilgern getragen wird.

Sie ist eine fünf bis 15 Zentimeter große Kammmuschel, die an den Küsten von Atlantik und Mittelmeer beheimatet ist. Sie gehört zu den größten und schmackhaftesten Muscheln, ist Wolfgang Meyer überzeugt.

Besonders in der Fastenzeit ist die Jakobsmuschel eine begehrte Speise. Sie lässt sich auf viele Arten zubereiten. Klassisch geht das als überbackenes Ragout in der eigenen Schale.
 

Der Jakobsmuschel werden allerdings auch magische Kräfte nachgesagt. Sie soll Kranke geheilt und all denen Glück gebracht haben, die eine Muschel entweder in Santiago oder bei einer dem Jakobus geweihten Kapelle oder Kirche am Jakobsweg gekauft oder aber sie an der Küste bei Cap Finisterre in Spanien aufgesammelt hatten.

Alle Legenden um die Jakobsmuschel fußen auf ein und der selben Geschichte, nämlich eines durch den Heiligen Jakobus auf wundersame Weise geretteten Menschen.

Die Schale der Muschel galt schon im Mittelalter als das Erkennungszeichen der Pilger, die sich auf dem Jakobsweg befinden. Sie wird deshalb ebenfalls als Pilgermuschel bezeichnet. Und auch Papst Benedikt XVI. führt die Pilgermuschel bekanntlich in seinem Papstwappen.

Frische Jakobsmuscheln sollten schwer und geschlossen sein, erklärt Präsident Wolfgang Meyer. Zum Öffnen legt man sie einige Minuten auf eine heiße Herdplatte und klappt sie dann auf der flacheren Schalenseite hoch.

Das Fleisch hat einen nussigen, etwas süßlichen Geschmack. Da kann man nur noch guten Appetit wünschen.

(Horst Bendix)

Zur Korrektur:

Der Präsident aß die Jakobsmuscheln an diesem Abend zum ersten Mal und war sehr zufrieden.

Ein Kommentar zu diesem Abend mit 12 Personen (davon haben sich 7 getraut!) findet sich noch ein Eintrag im Gästebuch.

Einzelne Bilder gibt es noch in höherer Auflösung.