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Winterwanderung auf das Roßberg-Haus (869 m) bei Gönningen
Samstag/Sonntag, 28./29. Januar 2012

Wintermärchen aus Nebelqualm und Eisimpressionen

„Verschneit liegt rings die ganze Welt“, so empfanden es jedenfalls elf erprobte, unerschrockene Jakobswanderer der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft auf dem weiten Heufeld, als sie am vergangenen Wochenende vom Ausgangspunkt der Junginger Jakobuspilgerskulptur mit Rucksack und Bergstöcken auf den Roßberg bei Gönningen pilgerten.

„…aus Schneegestäub und Nebelqualm“, und „Kira von der Alten Straße“, eine blitzgescheite, junge Schäferhündin aus dem benachbarten Schlatt, war ständiger Begleiter, so was hatten die Jakobspilger auf ihrer Reise auch noch nie erlebt.

Vor der schönen Jakobuspilgerskulptur beim Aufgang zur Silvesterkirche wurden die Teilnehmer im Herzen von Jungingen begrüßt, ehe es mit einem spirituellen Morgengruß und dem „Vater unser des Pilgers, …denn dein ist der Aufbruch, der Weg und das Ziel“ begonnen. Die schnelle Gangart führte über Bachenau schnurstracks übers nebelverhangene Heufeld am Wahrzeichen von Salmendingen, an der rund 500 Jahre alten Kornbühlkapelle, vorbei direkt nach Willmandingen, wo man in der dortigen Bäckerei sein Rucksackvesper auspacken konnte und sich eine Kaffeepause gönnte. Auf ausgeschilderten Wegen und bei guter Kondition ging es weiter bis zum Bolberg, einem grandiosen Aussichtspunkt, dann in Serpentinen hinunter zum Hirschhäusle, wieder bergauf zum Endziel an diesem Tag, dem Roßberg mit seinen 869 Metern. Von den Naturschönheiten war an diesem Tag wenig zu sehen, die Pilger ließen sich aber dennoch nicht entmutigen, man war ja in der frischen Luft, sagte man sich, die sichtlich allen gut tat. Der große Appetit war da, interessante Gespräche entwickelten sich während des gemütlicgen Abends, auch über kommende Jakobswanderungen in Frankreich, Spanien oder Portugal, ehe man die Bettruhe genoss und das Licht an diesem Tag auslöschte.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, das selbe Bild: Nebelqualm über Nebelqualm, aber die Temperaturen waren ins Minus gerutscht, man hatte sich inzwischen mit der Landschaft angefreundet, als es zum Spektakel am Rande der Schwäbischen Alb ging, dem Mössinger Bergrutsch. Am 12. April 1983 stürzte Gesteinsmaterial, Erdreich und Waldbestand in die Tiefe, nachdem es tagelang geregnet hatte. Bald stand man an der riesigen Abbruchkante, es war beeindruckend und zugleich beängstigend wie die Naturgewalten sich ausbreiteten. „Es heben sich vernebelt grün und braun die Berge aus dem klaren Weiß“ kam einem in den Sinn, als man vom Hirschkopf in Richtung Dreifürstenstein wanderte, dann in Serpentinen hinab ins kleine Bergdorf Beuren, wo der letzte Halt im Gasthof „Dreifürstenstein“ gemacht wurde. „Aus Schneegestäub und Nebelqualm…“ erlebten die Jakobuspilger ein Wochenende, dass sie so schnell nicht vergessen werden, und nächstes Jahr soll eine Winterwanderung zum Plettenberg gehen, verriet der Pilgerführer zum Abschied.

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