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„Segne, Sankt Jakobus, deine Pilgerschar…“

3. Jakobustag der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft mit Eucharistiefeier und Kirchenführung in der Burladinger St.-Georgs-Kirche

Pilgern ist eine hervorragende Möglichkeit, um nachzudenken und inne zu halten, so war es auch am gestrigen, strahlenden Sonntag, als sich rund 30 Teilnehmer am 3. Jakobustag in der Burladinger St.-Georgs-Kirche einfanden, um mit der großen Gemeinde die Eucharistiefeier, die von Pfarrer Konrad Bueb und Mitgliedern der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft gestaltet wurde. Organist war Michael Eisele auf dem Harmonium, die Kirchenführung oblag im Anschluss Hans-Peter Wallisch.

Mit dem schönen, tiefsinnigen Jakobuslied auf die Melodie „Alles meinem Gott zu Ehren“ wurde der Gottesdienst, indem Pfarrer Konrad Bueb, der ja selbst Mitglied der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft ist, mit der liturgischen Begrüßung und einem Grußwort des Vorsitzenden Hannes Reis begonnen.

In seiner Ansprache führte Konrad Bueb an die Anfänge der Verehrung des Heiligen Jakobus des Älteren in Santiago de Compostela, am äußersten Nordwestzipfel von Spanien gelegen, zurück. Die Entdeckung der Grabstätte des Apostels, der zu den engsten Vertrauten Jesu zählte, verbreitete sich im 9. Jahrhundert wie ein Lauffeuer über ganz Europa.

Santiago de Compostela wurde Ziel einer beispiellosen Wallfahrtsbewegung. Millionen von Pilgern haben sich über die Jahrhunderte hinweg auf den Weg gemacht. Der Jakobsweg wurde so zum Schmelztigel der Kulturen. Für unzählige Pilger war nicht mehr nur das Grab in der Kathedrale Santiago de Compostelas, sondern der Weg zum Ziel geworden bis auf den heutigen Tag, sagte Konrad Bueb.

In den Fürbitten, die während des Gottesdienstes von Hannes Reis gesprochen wurden, erinnerte er unter anderem an das schwere Zugunglück dieser Tage von Santiago de Compostela. Nach dem Kommunionempfang sprach der Pilgerbeauftragte noch ein meditatives Wort „Der Weg zu Gott“, und dann folgte eine eindrückliche Kirchenführung mit Architekt Wallisch, an der auch Burladinger Bürger großen Anteil nahmen.

Hans-Peter Wallisch erwähnte, dass der heutige Kirchenbau der St.-Georgs-Kirche auf den Haigerlocher Baumeister Christian Großbayer zurückgehe. Er ließ die alte Kirche, deren Entstehung wohl im 13. Jahrhundert vermutet wurde, abbrechen, nur der Turm und Teile der Nordmauer blieben dabei stehen. Unter Einbeziehung dieser Teile wurde dann im Jahre 1770 die Kirche in der heutigen Größe erbaut.

Der Kirchenführer erwähnte die verschiedenen Bauphasen und auch die Ausmalungen aus den Jahren um 1589 bis 1590. Die Decken- und Wandgemälde stammen, wie Hans-Peter Wallisch ausführte, vom Künstler Franz Ferdinand Dent. Hier ging er besonders auf das Deckengemälde über der Empore „Verklärung Christi auf dem Berge Tabor“ ein, wo Moses, Elias, die Apostel Petrus, Johannes sowie Jakobus abgebildet seien.

Im weiteren Verlauf wurden im Chorgebäude die „Kreuzabnahme Christi“ sowie die Nischenbilder erwähnt. Auch das Deckengemälde im Langhaus fand reges Interesse, wo noch einmal über einer Mauerrampe mit Treppe die schlafenden Jünger Petrus, Jakobus und Johannes zu sehen waren. (Text Horst Bendix, Fotos Horst Bendix und Hannes Reis)
 

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Sankt Georgs-Kirche in Burladingen - Kirchenführung durch Architekt Herr Wallisch

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Trinkpause in Killer

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Abschluss vor dem Cafe Antlitz